Warum verehren Katholiken die Heilige Jungfrau Maria? Die einfache Antwort ist: weil Gott es vor uns getan hat. Katholiken folgen Seinem Wort und Seinem Beispiel. Gott der Herr hat uns in der Bibel mehrere Male befohlen, dass wir jene ehren sollen die Er auch ehrt (1. Mose 12:3), und genau das tun wir. Gott Selbst war der erste, der Maria ehrte und sie erwählte.
Der Herr sprach durch den Engel Gabriel zu Maria: „Gegrüßest seist Du, Maria, voll der Gnaden. Gebenedeit seist Du unter den Weibern.“ Nach diesem besonderen Gruß teilte Gott Maria mit, dass sie die Mutter Seines Sohnes werden würde (Lukas 1: 28-38).
Wow! Was für eine Ehre, ein Segen, und eine besondere Berufung!
Manche Leute widersprechen dieser Auffassung, und sagen, dass Maria nur eine gewöhnliche Frau war, die keiner besonderen Ehre bedarf. Jedoch muss man bedenken, dass eine solche Frau einfach nur gewöhnlich sei und keiner Ehre bedürfe, wenn sie doch die Mutter des Sohnes des Ewigen Gottes ist, des lange erwartreten Messias, und der zweiten Person der Dreieinigkeit. Das wäre unbiblisch.
Wir alle wissen um Gottes perfekten Plan, und die Reinheit seiner Auserwählung Mariens, um durch sie die Erlösung in unsere Welt zu bringen. Ja: alle Macht, alle Wunder und alle Errettung und Erlösung sind in der Person Jesu in unserer Welt erschienen, und zwar durch Maria! Von dem Anbeginn aller Zeit wurde auschließlich Maria für diesen Augenblick und zu diesem Zweck auserwählt. Es ist daher kein Wunder, dass Elisabeth, durch den Heiligen Geist bewogen, Maria als gesegnet unter den Weibern bezeichnete (Lukas 1:42). Es ist daher Gott selbst der sie als erstes ehrte, und Katholiken folgen Seinem Beispiel.
Manche Menschen hängen dem den blinden Glauben an, dass Katholiken Maria anbeten, aber das ist überhaupt nicht zutreffend. Maria ist lediglich ein menschliches Wesen, eine Kreatur die nichtig ist, oder weniger als das, wenn sie ohne Gott ist! Daher beten Katholiken sie ganz und gar nicht an. Trotzdem wird ihr eine hohe Ehrerbietung zuteil, und zwar aufgrund der Rolle, die Gott ihr zuerkannt hat, und aufgrund ihres beispielhaften Glaubens, ihrer Vorbildlichkeit und ihrer Kooperation mit Gott in seinem Plan. Es ist eine Tatsache, dass wir all jene ehren, die Gott treu folgen, sei es Mutter Theresa, der Heilige Paul, oder die Jungfrau Maria, und wir folgen ihrem Beispiel der Heiligkeit. Dieses erlaubt es uns, Gott umso mehr für seine Großartigkeit zu loben, durch die er in ihnen gewirkt hat, denn er ist der wunderbare Urheber all dessen, was gut, wahr und schön ist. Maria ist wie ein Meisterwerk der Kunst, und Gott ist der meisterhafte Künstler. Das Kunstwerk mag schön und bewundernswert sein, aber alles Lob und alle Ehre gebühren dem Künstler.
Die unbefleckte Empfängnis
Aufgrund Marias besonder Rolle in Gottes perfektem Plan, und vora allem weil sie den ewigen Sohn der Vollkommenheit gebar, wurde sie vom Teufel und seiner Saat der Sünde abgesondert (1. Mose 3:15). Maria, so wie jeder andere auch, braucht jedoch einen Erlöser (Lukas 2:41-45), aber sie wurde im Voraus erettet. Es gibt daher zwei Wege zur Erlösung:
- Nach dem Fall in eine Grube (Sünde), kann Gott dich erretten, indem er dich herausholt und reinigt.
- Er kann dich andererseits im Voraus eretten, indem er eine Planke über die Grube legt und ich am Hereinfallen hindert. Mancher ist auf beiderlei Weise errettet. Gott erlöste Maria im zweiten Sinne, indem er sie frei von Sünde erhielt durch seine allmächtige Gnade, um sie auf iher Rolle als Tabernakel seines vollkommenen Sohnes vorzubereiten, so dass sie den sündenfreien Sohn Gottes frei von Sünde gebären konnte (1. Mose 3:15; Lukas 1:28).
Jesus Christus kennt keine Verderblichkeit und hasst die Sünde (Jakobus 4:4); es ist daher kein Zufall, dass Maria in Vollkommenheit erhalten wurde, nicht aufgrund ihrer Taten, aber ausschließlich durch die Gnade Gottes. Seit den frühesten Tagen der Christenheit wurde sie als Arche des Bündnisses angesehen (Offenbarung 11:19-12:1), die die wahre Anwesenheit Gottes, den wahren Hohepriester und das wahre Brot des Lebens beherbergt. So wie die ursprüngliche Arche mit reinem Gold verkleidet war (2. Mose 25:18-21:11), so sahen die frühesten Christen Maria als vollkommen rein an. Und ist Gott letzten Endes nicht auch dazu in der Lage dieses zu vollbringen (Judas 1:24)?
Im Alten Testament brachte Gott jemanden ums Leben allein aufgrund der Tatsache, dass er die Arche des Bündnisses kurz berührte. Warum? Das liegt daran, dass niemand unreines mit einem unendlich heiligen Gott in Berührung kommen darf. Bei der unbefleckten Empfängnis geht es nicht um Maria, aber um Jesus. Es kann gesagt werden, dass der Herr Jesus so unendlich heilig ist, dass Maria, seine Herberge, im voraus vorbereitet werden musste, um den sündenfreien Sohn Gottes ohne Sünde gebären zu können.
Der Heilige Augustin lehrte vor 1600 Jahren folgendes: „Alle Menschen müssen sich als Sünder bekennen, mit Ausnahme der Heiligen Jungfrau Maria, die ich dem Herrn zu Ehren in Bezug auf die Sündenfrage nicht zu erwähnen wünsche. Von Ihm wissen wir, welche unermessliche Gnade zur Überwindung der Sünde auf Maria übertragen wurde, so dass sie die Bereitschaft erfuhr, Ihn zu empfangen und zu gebären, jenen, der ohne Zweifel frei von Sünde war“ (De Natura et Gratia 36.42, 415 A.D.).
Selbst Martin Luther akzeptierte und glaubte an diese Wahrheit: „Es ist ein süßer und frommer Glaube, dass die Eingießung von Marias Seele ohne die Erbsünde erfolgte, so dass sie bereits durch genau diese Eingießung ihrer Seele von der Erbsünde befreit wurde und mit Gottes Gaben ausgestattet wurde, indem sie die reine Seele von Gott erhielt und vom ersten Augenblick ihres Lebens an frei von aller Sünde war (Predigt: Vom Tage der Empfängnis der Mutter Gottes, 1527).
„Sie ist voll der Gnaden, verkündigt als vollkommen frei von Sünde – etwas unermesslich großartiges. Denn Gottes Gnade erfüllt sie mit allem was gut ist und frei von allem Bösen.“ – Martin Luther
Die Ewige Jungfrau Maria
Marias besondere Rolle war es, den Sohn Gottes zu gebären, ihn aufzuziehen und ihn vorzubereiten. Vom Anbeginn der Ewigkeit erwählte Gott sie zu diesem Zweck. Ihre Bestimmung war es, am Vorgang der Erlösung teilzunehmen indem sie Jesus, den Erlöser der Welt hervorbrachte. Daher hatte sie keine weiteren Kinder, wie manche glauben, da sie ihr dieses nicht bestimmt war. Maria blieb Jungfrau auch nachdem sie Jesus gebar, genau wie zuvor.
Der Engel Gabriel teilte Maria mit, als sie Joseph versprochen war, dass sie Jesu Mutter sein würde (Lukas 1:27-31), und da fragte Maria den Engel, wie dies wohl möglich sei. Sie war auf dem Wege zu heiraten; daher war ihr der übliche Weg Kinder zu bekommen natürlich bekannt, warum daher die Frage? Da sie gelobt hatte, lebenslang Jungfrau zu bleiben, fragte Maria den Engel wie dies zu vollbringen war (Lukas 1:34), und er sagte ihr, dass es durch die Kraft des Heiligen Geistes geschehen würde.
Obwohl dies der Glaube der frühesten Christen war, widersprachen manche Menschen dieser Auffassung nach der Protestantischen Reformation, als sie auf die sogennten Brüder Jesu in der Bibel hinwiesen. Jene waren jedoch keine eigentlichen Blutsverwandten. Die meisten von uns verstehen weder den biblischen Zusammenhang noch dessen Bedeutung zur Zeit Jesu, als die Juden keinen Ausdruck für Onkel, Vetter, Schwester, Vater, engen Freund usw. hatten. Sie verwendeten eher das Wort Bruder für sie alle (adelphos im Griechischen, äh im Hebräischen). Daher ist es unagebracht anzunehmen, dass sie alle Blutsverwandte waren. Wenn man sich alle vier Berichte der Kreuzigung genau anschaut und ebenso die Emmaus Geschichte (Lukas 24), dann wird offensichtlich, das diese sogennanten Brüder Jesu in der Bibel nicht alle Söhne Marias waren, die selbst ebenfalls bei der Kreuzigung anwesend war.
Außerdem hätte Jesus seine Mutter an seine vermeintlichen Geschwister am Kreuze übergeben, hätte er diese gehabt, ganz dem jüdischen Brauch zufolge. Tatsächlich hat er dieses nicht getan, da sie offensichtlich nicht existierten. Aus diesem Grund übergab er sie seinem Jünger Johannes (Johannes 19:26). Für viele in unserer modernen Gesellschaft erscheint Marias Jungfräulichkeit als etwas seltsames. Vielleicht ist es das. Aber es ist nicht so seltsam wie die Tatsache, die zweite Person er Heiligen Dreieinigkeit zum Sohne zu haben.
Niemand unter den frühen Christen glaubte, dass die Heilige Jungfrau Maria weitere Kinder mit Joseph hatte. Nicht einmal Protestanten glaubten das, so wie unter anderem Luther, Calvin, Zwingli, Wesley und Heinrich VIII. Die Belege sind daher ziemlich eindeutig.
Maria – Gottesmutter
Maria wird nicht deshalb Gottesmutter genannt, weil sie von aller Ewigkeit an existierte, oder weil sie Gott erschuf, sondern weil sie die Mutter Jesu Christi ist, der wahrlich Gott ist (Johannes 1:1). Jesus war gänzlich Mensch und gänzlich Gott, und es ist unmöglich eines vom anderen zu trennen. Daher ist Maria nicht nur die Mutter seiner menschlichen Natur, oder nur Seiner göttlichen Natur, oder etwa nur die Mutter Seines Körpers. Nein, sie ist die Mutter Jesu, Seiner ganzen Person. Da Jesus Gott ist, kann man von ihr als Gottesmutter sprechen.
Maria – Aufgenommen in den Himmel
Der Tod kam durch die Sünde in unsere Welt (Römer 5:12); ohne die Sünde gäbe es keinen Tod. Mariä Himmelfahrt (aufgefahren durch die Macht Gottes, mit Körper und Seele in den Himmel), ist eine natürliche Konsequenz ihrer Sündenlosigkeit. Gottes allmächtige Gnade hielt sie frei von Sünde und auch vom Verfall im Grabe. Durch Seine Macht brachte er sie direkt in den Himmel, sie, die neue Arche des Bündnisses, am Ende ihres Lebens (Offenbarung 11:19-12:1).
Manche Menschen spotten angesichts des Gedanken an ihre Himmelfahrt. Nichtsdestotrotz ist dies Auffassung biblisch. Enoch fuhr in den Himmel auf (Hebräer 11:15), und ebenso Elias (2. Könige 2:11). Wenn jene direkt in den Himmel aufgenommen wurden, ist es dann nicht umso vernünftiger anzunehmen, dass es Maria, der treuen Mutter des Ewigen Gottes, ebenfalls so erging, insbsondere aufgrund der Tatsache, dass ihr Grab in Jerusalem leer war, und ihr Körper nie gefunden wurde.
Maria ist das Vorbild dessen, wie es uns allen am Weltende widerfahren wird. Unsere toten Körper werden auferstehen (auffahren) in den Himmel durch Gottes Wirken, und mit unseren Seelen widervereint (1 Thessalonicher 4:16-17).
Maria – Geistliche Fürsprecherin
Warum beten Katholiken zu Maria anstatt Jesus? Es ist eher so, dass wir durch sie beten und nicht an sie, so als ob sie Gott wäre. Nein. Ich könnte Pastor Bob oder Vater Schmitt fargen, ob sie für mich beten könnten, und sie würden für mich zum Herrn Jesus gehen. Im gleichen Sinne, wenn wir zu Maria und den Heiligen beten, dann bitten wir sie ebenfalls darum, sich für uns an Jesus zu wenden. Sie sind Mittler für uns, in unserem Namen. Beten bedeutet nämlich genau das: es bedeutet zu bitten, zu ersuchen, zu erflehen.
Daher wenden wir uns in der Tat direkt an Jesus, aber wir bitten auch um die Hilfe und Fürbitte unserer Brüder und Schwestern, den Heiligen im Himmel, um für uns und mit uns zu Jesus zu beten (Offenbarung 5:8), denn das Gebet des Gerechten ist sehr einflussreich (Jakobus 5:16), und sie sind vollkommen gerecht.
Gott befiehlt uns viele Male in der Schrift jene zu ehren, die er ehrt, und zwar mit der gleichen Ehrerbietung die ihnen von ihm zuteil wird. Daher folgen wir seinem Beispiel, Maria zu ehren, so wie re es tat. Lasset uns daher Gott loben in Seinem großartigen Werk in Maria und jubilieren wie Elisabeth, als sie vom Heiligen Geist erfüllt war (Lukas 1:41-42, 48)!
Wir schließen mit zwei Zitaten von Martin Luther, die den katholischen Glauben an Maria sehr gut zusammenfassen:
“Einer sollte Maria ehren wie es ihr selber gefällt und wie es im Magnifikat zum Ausdruck kam (Lukas 1:46-55). Sie lobte Gott für seine Taten. Wie also können wir sie loben? Die wahre Ehre Mariens ist die Ehre Gottes, das Lob seiner Gnade. Maria wäre nichtig wäre es nur um ihrer selbst willen, wäre es nicht um Christi willen…Maria wünscht nicht, dass wir zu ihr kommen, aber durch sie zu Gott“ (Auslegung des Magnifikat, 1521).
„Sie ist das erhabenste Weib und das edelste Juwel der Christenheit nach Christus selbst…Sie ist Adel, Weisheit und Heiligkeit selbst. Wir können sie nie genug ehren. Jedoch können ihr Ehre und Lob nur in solcher Weise zuteil werden, wie sie weder Christus noch der Schrift Schaden zufügen mögen“ (Predigt, Weihnachten, 1531).
Fazit: in der Heiligen Schrift prophezeite Maria: „Alle Generationen werden mich gesegnet nennen“ (Lukas 1:48). All jene, die die Jungfrau Maria nicht segnen und ehren, halten sich demzufolge nicht an die Bibel.
(Translation Josephine F. Thomas)